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Leserbrief zum Artikel «Es lebe die Freiheit, carajo!»

Lesedauer: < 1 Minute

Leserbrief in «Die Freien», Mai 2025

Lieber Herr Stalder. Für den tendenziell freiheitsfreundlichen Durchschnittsleser Ihrer Zeitschrift haben Sie Milei ziemlich gründlich fertiggemacht, indem Sie ihm und seinen Lehrern und Vertrauenspersonen persönliche Verstrickungen in kapitalistische und etatistische Netzwerke unterstellen und damit seine persönliche Integrität infrage stellen. Man darf als regelmässiger Mitschreiber in einer Zeitschrift durchaus auch einmal einen «gegenläufigen» Artikel publizieren, aber ich zweifle daran, ob damit der Glaubwürdigkeit und Geradelinigkeit Ihrer Zeitschrift gedient ist. Ich schätze «DIE FREIEN» als Gegentrend zum kapitalismuskritischen sozialdemokratischen medialen Mainstream, in dem auch einmal «über die Schnur gehauen» wird. Sie haben aber «unter die Schnur» geschrieben.

Niemand soll je ganz verherrlicht oder verteufelt werden, und auch ich verurteile eine Publizistik, die Politik als einen Kampf der «Guten» gegen die «Bösen» darstellt. Aber es gibt in der Politik «gut» und «böse», wenn man die mittel- und langfristigen Auswirkungen betrachtet. Sozialismus kann man – in Anlehnung an (bzw. Umkehr von) Goethes «Faust» – als Teil von jener Kraft verstehen, «die stets das Gute will und doch das Böse schafft». Jeder Politiker soll anhand seiner Entscheidungen, Taten und Unterlassungen und Äusserungen und nicht aufgrund seiner noch so gut recherchierten und konstruierten Netzwerke beurteilt und verurteilt werden.
Robert Nef, St. Gallen

Artikel: https://diefreien.ch/es-lebe-die-freiheit-carajo/

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