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Rot-grüner Widerspruch

Lesedauer: 2 Minuten

(Leader – März 2022, Seite 10)


Die Grünen wollen seit Jahren die Treibstoffpreise erhöhen, damit zur Schonung des Klimas weniger klimaschädliche Emissionen ausgestossen werden.

Nun steigen die Treibstoffpreise kriegsbedingt massiv an, und der Kunde an der Tanksäule zahlt den gestiegenen Marktpreis plus den vom Staat erhobenen Zuschlag mit der Doppelfunktion der Finanzierung des Strassenbaus und der umweltbedingten Lenkung des Konsums.

Und wie reagiert die Politik? Wohlwollende Politiker wollen die Preise senken, indem der zunächst künstlich verteuerte Konsum nachträglich wieder subventioniert wird. Das werden grosse Teile der Wählerschaft, auch Rote und Grüne, zu schätzen wissen. Endlich ein wohlwollender Staat, der zwar für einmal nicht so ökologisch, aber dafür umso sozialer ist!

Idealerweis möchte man das nur für jene tun, die auf das Auto angewiesen sind. Noch sozialer wäre aus dieser Sicht natürlich, wenn die Verbilligung nur den Weniger-Bemittelten zugutekäme, und die reiche Minderheit weiterhin die steigenden Preise plus die staatlichen Zuschläge voll bezahlen müsste. Aber weil die Reichen eine Minderheit sind, fällt ihr Treibstoffkonsum bei der Reduktion der Klimabeeinträchtigung kaum ins Gewicht. Ein echtes Dilemma!

Es zeigt, dass die von den Klimaschützern angestrebte weltweite Klimaschonung nur durch eine weltweite Reduktion des Massenkonsums zu erreichen ist, und genau dieser Massenkonsum soll durch allgemeine Umverteilung von Reichen zu Armen wiederum gefördert werden … Die beiden Ziele einer gerechteren und einer umweltgerechteren Welt sind kaum vereinbar. Aber das will niemand wahrnehmen und zum politischen Thema machen.

Robert Nef
Publizist, St.Gallen

Leader – März 2022, Seite 10

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