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Wertvolle Anerkennung

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Zu Weltwoche Nr. 49 – «Kinderarbeit wird zu Unrecht verteufelt» – Kolumne von Beat Gygi

Beat Gygi hat einen mutigen und gut begründeten Artikel zur Kinderarbeit publiziert. Die fast vollständige Fernhaltung unserer Jugend – und vor allem unserer akademischen Jugend – von der Arbeitswelt (bis 25 und mehr!) ist eine Zumutung mit schlimmen Folgen. So etwas hat es in der ganzen Menschheitsgeschichte – ausser bei verhätschelten und oft zur Degeneration verdammten Oberschichtkindern – noch nie gegeben. Kinderarbeit als Sklaverei ist abzulehnen. Heute züchten wir aber mit der Fernhaltung von Kindern und Jugendlichen von jeder produktiven Arbeit ein Staatsrentnertum und fördern die falsche Auffassung, Arbeit sei ein Fluch und eine «verdammte Pflicht». Arbeit ist «Schaffen», Teilnahme und Teilhabe, und schon früh sollte die Balance zwischen Pflicht und Neigung gesucht und gefunden werden. Aber wie soll man das denn ohne jeden Kontakt zur produktiven Arbeit, die mindestens mit Anerkennung entlöhnt wird? Anerkennung bedeutet Kindern und Jugendlichen sehr viel! Sie ist das Wertvollste, was Erwachsene der Jugend geben können. Sie ist die Grundlage jenes Selbstwertgefühls, das wiederum Voraussetzung von Freiheit und Verantwortung ist. Nicht die – massvolle – Teilnahme an der täglichen Arbeit, die dem Kind auch eine Wertschätzung und einen Eigenwert vermittelt, sondern der Ausschluss vom «Schaffen» ist menschenrechtswidrig.

Robert Nef, St. Gallen

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