Homo homini lupus?

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Der viel zitierte Satz stammt von römischen Dichter Plautus. Wie auch bei Wikipedia nachzulesen ist, wurde er vom englischen Staatstheoretiker Thomas Hobbes in seiner Widmung des Werkes De Cive (Vom Bürger) verwendet, allerdings nicht zur Charakterisierung des Verhältnisses zwischen Menschen, sondern als Beschreibung des Verhältnisses zwischen den einzelnen von Menschen geschaffenen Staaten.

Wörtlich schreibt Hobbes: „Nun sind sicher beide Sätze wahr: «Der Mensch ist ein Gott für den Menschen», und: «Der Mensch ist ein Wolf für den Menschen»; jener, wenn man die Bürger untereinander, dieser, wenn man die Staaten untereinander vergleicht. Dort nähert man sich durch Gerechtigkeit, Liebe und alle Tugenden des Friedens der Ähnlichkeit mit Gott; hier müssen selbst die Guten bei der Verdorbenheit der Schlechten ihres Schutzes wegen die kriegerischen Tugenden, die Gewalt und die List, d. h. die Raubsucht der wilden Tiere, zu Hilfe nehmen.“

Der Vergleich des Plautus zwischen Menschen und Wölfen beruht übrigens auf einer unzutreffenden Naturbeobachtung. Wölfe leben meist in Rudeln und sind unter sich organisiert und nicht gegenseitig aggressiv. Auch Menschen sind nicht «von Natur aus aggressiv». Selbst Darwins berühmte Feststellung vom “Survival of the fittest” wird auf Deutsch oft mit dem «Überleben des Stärksten, erfolgreich Angreifenden» übersetzt. «Fit» heisst «passend». Der Fitteste ist also der am besten Angepasste.

Schon Kleinkinder erleben, dass sie am besten fahren, wenn sie Eigensinn mit Austauschbereitschaft kombinieren, Eigentum mit Kommunikation und Kooperation. Aggressionsverzicht aus Einsicht macht den Menschen zum Mitmenschen.

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