Götterfunken

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(NZZ – STADT ZÜRICH – Freitag, 19. März 2004, Nr. 65, Seite 53)

25-Jahr-Feier des Liberalen Instituts

pi. Die Idee der Freiheit steht seit 25 Jahren im Mittelpunkt des Liberalen Instituts. An einer Jubiläumsfeier in der ETH Zürich erinnerte das Institut am Donnerstagabend an die Aktualität dieses urliberalen Anliegens. Im Eingangsreferat blickte Ulrich Pfister, Präsident des Stiftungsrats und Mitinitiant des Liberalen Instituts, auf die Geschichte der «kleinen, aber feinen» Institution zurück. Das Institut wurde 1979, in einer Zeit der politischen und ideologischen Verunsicherung, gegründet. Als Antwort auf sozialistische und marxistische Theorien sollte das Institut den Liberalismus erforschen und dokumentieren. Mit diesen Grundlagen erhofften sich die Jungfreisinnigen neue Impulse für die Sachpolitik. Auch wenn der radikale Liberalismus, wie ihn der Institutsleiter Robert Nef verkörpert, bei «kompromissfreudigen Politikern» nicht immer auf Gegenliebe gestossen sei, werde der Think-Tank, so Pfister, heute erst recht gebraucht: Ideelle Aufklärung sei notwendig, weil die friedliche ideologische Koexistenz in Frage gestellt sei.

In einer launigen Rede brachte Robert Nef die Freiheit mit dem «schönen Götterfunken» in Verbindung. Dabei betonte er, dass die Idee der Freiheit aus einem Guss sei. Deshalb dürfe und könne man den Liberalismus nicht dreiteilen in einen Wirtschafts-, einen Sozial- und einen Kulturliberalismus. Nef bevorzugt ein Drei-Kreise-Modell mit der wertkonservativ-anthropologischen, der bürgerlich-ideologischen und der parteipolitischen liberalen Tradition. Den letzten Teil des Festakts bestritt Martin Meyer, Feuilletonchef der NZZ. Er sprach über «Schiller und die Idee der Freiheit» und leistete damit den Auftakt zum gleichnamigen dreitägigen wissenschaftlichen Symposium, das das Institut organisiert. Meyers Betrachtungen gipfelten in folgender Feststellung, gleichsam dem Credo des Liberalen Instituts: «Freiheit ist nie und nirgends selbstverständlich.»

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