Wieviel Bindestrich verträgt der Liberalismus?

(NZZ – Stadt und Kanton Zürich – Nr. 95, Seite 53)

Veranstaltungsreihe des Liberalen Instituts und der FDP Zürich

gfh. Unter dem Titel «Liberale Leitideen 91» veranstalten in den kommenden Monaten das Liberale Institut Zürich und die Freisinnig-Demokratische Partei der Stadt Zürich eine sechsteilige Veranstaltungsreihe, in der liberale Grundsätze mit aktuellen politischen Herausforderungen konfrontiert werden sollen. Zur ersten Veranstaltung im SKA-Forum an der St.-Peter-Strasse fanden sich gegen hundert Zuhörerinnen und Zuhörer ein, um einer von Robert Nef moderierten «Kontroverse» über die «Vielfalt des Liberalismus als Herausforderung» zu folgen.

Der Philosoph, Privatdozent Georg Kohler, brachte der Vielfalt der Liberalismen angesichts des «Realitätsverlustes der geltenden Ideologien» philosophische Milde entgegen und plädierte dafür, sich nach dem «Ende der Staatlichkeit» intensiver mit den supranationalen Strukturen in Politik und Wirtschaft auseinanderzusetzen. Nationalrätin Trix Heberlein warb als praktizierende Politikerin erwartungsgemäss für «pragmatisches Vorgehen», während NZZ-Wirtschaftsredaktor Gerhard Schwarz mit der «Mode» der Bindestrich- oder Adjektiv-Liberalismen seine Mühe bekundete, weil Begriffe wie «öko-liberal» oder «sozial-liberal» doch vor allem suggerierten, dass der Liberalismus als solcher nicht sozial oder nicht ökologisch genug sei. In gut liberaler Manier wurde in der folgenden Diskussion die Frage, wieviel Bindestriche der Liberalismus vertrage, offengelassen. Die nächste Veranstaltung vom 21. Mai behandelt Fragen der liberalen Eigentums-, Boden- und Wohnpolitik.

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